Rocket Factory Augsburg (RFA) hat einen Vertrag mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Rahmen der European Launcher Challenge (ELC) unterzeichnet. Damit zählt das Unternehmen zu den ausgewählten europäischen Trägerraketenanbietern, die in der zweiten Vergaberunde des Programms berücksichtigt werden. Bereits im Juli 2025 hatte die ESA die RFA als einen von fünf Finalisten für die zweite Phase ausgewählt.
„Ich freue mich sehr für das gesamte Team der Rocket Factory, und ich bin stolz auf die Vertragsunterschrift. Die European Launcher Challenge öffnet ein neues Kapitel in Europas Raumfahrtambitionen und fördert den Wettbewerb im Raketensektor. Dass die RFA erfolgreich in die zweite Runde gekommen ist, ist der Lohn für die harte Arbeit, die in Augsburg in den vergangenen Jahren mit großem Engagement, technischer Exzellenz und viel Durchhaltevermögen an der Entwicklung eines wettbewerbsfähigen europäischen Trägersystems geleistet wurde“, sagte Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB SE. OHB ist als strategischer Investor an RFA beteiligt.
Die European Launcher Challenge ist eine Initiative der ESA zur Stärkung der europäischen Startkapazitäten. Ziel des Programms ist es, den Wettbewerb im europäischen Trägerraketenmarkt zu fördern, die Zahl verfügbarer Startdienstleister zu erhöhen und den unabhängigen Zugang Europas zum Weltraum langfristig zu sichern. Um diese Ziele zu erreichen, ermöglicht die European Launcher Challenge Unternehmen den Zugang zu ESA-Unterstützung für die Einführung und Weiterentwicklung neuer Startdienstleistungen.
Der nun unterzeichnete Vertrag läuft planmäßig bis Mitte 2029. Im Fokus stehen die Weiterentwicklung der Trägerrakete RFA ONE Block 2, der Ausbau der erforderlichen Bodeninfrastruktur sowie die Vorbereitung einer skalierbaren Serienfertigung.
Für RFA stellt der Vertrag einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur weiteren Industrialisierung und technologischen Reife des Trägersystems dar. Das Unternehmen will damit die Voraussetzungen schaffen, künftig regelmäßig und kosteneffizient Satellitenmissionen von europäischen Startplätzen aus in den Orbit zu bringen und einen Beitrag zur unabhängigen europäischen Raumfahrtinfrastruktur zu leisten.