© Arianespace

The final countdown –
Wie Samuel, Tara, Anna und Ellen sich für das All fit machen

Eine Launch-Kampagne in Bildern

 

Mit Anna und Ellen sind unsere vier Galileo-FOC*-Satelliten seit einigen Wochen alle zusammen in Kourou (Französisch-Guyana) angekommen und werden dort von einem internationalen OHB-Team auf ihre Reise ins All vorbereitet. Der Weg dorthin ist logistisch genauestens durchdacht. Vor Ort wird jeder Satellit umfänglich auf Herz und Nieren geprüft. Dass es vor dem finalen Countdown jedes Mal höchst explosiv zugeht und warum ein Moskito einem den letzten Nerv rauben kann, zeigt unsere Geschichte der Launch-Kampagne in Bildern.

Verladen in Luxemburg auf die Boeing-747. Ein Mitarbeiter von OHB fliegt mit den Satelliten.

Verladen in Luxemburg auf die Boeing-747. Ein Mitarbeiter von OHB fliegt mit den Satelliten.

Im Anschluss wird die Flug-Software hochgeladen. Danach finden die sogenannte Short Functional Tests statt. Dabei werden alle Funktionen des Satelliten noch einmal getestet. Dies ist ein sehr aufwändiger, langwieriger Test, über zwei Tage bei Schichtbetrieb. 

Nächster Schritt: Letzter Check bestimmter Voreinstellungen im Satelliten und letztes Abschalten des Satelliten. Für alle weiteren Aktivitäten ist der Satellit komplett abgeschaltet. Das nächste Mal schaltet er sich erst wieder im Orbit ein.

Der folgende Block findet dann für alle vier Satelliten gemeinsam statt:

Mechanische Aktivitäten, z.B. Installation letzter Stecker zum „Scharfschalten“ verschiedener Teile des Satelliten.

Betankung mit ca. 68 Kilogramm Hydrazin. Da der Treibstoff hochgiftig und explosiv ist, gelten zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen.

Betankung mit ca. 68 Kilogramm Hydrazin. Da der Treibstoff hochgiftig und explosiv ist, gelten zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen.

Beispielsweise müssen die Kollegen, die die Betankung vornehmen „Astronautenanzüge“ tragen und das umliegende Gelände wird abgeriegelt. Dumm gelaufen, wenn es sich in dem Anzug auch ein Moskito bequem gemacht hat. So erging es bei der ersten Kampagne einem Betanker, der dann für mehrere Stunden den Moskito um sich herumschwirren hatte. Puh …!

Der Aufbau der Rakete

Parallel zu Aktivitäten rund um die Satelliten wird die Rakete in Kourou aufgebaut. Hierzu gibt es eine interessante Dokumentation von N24, die im Rahmen unseres vorletzten Launches gedreht wurde.

 

Ankunft der Raketenelemente am Hafen von Kourou

Ankunft der Raketenelemente am Hafen von Kourou

Danach wird der Starttischs mit der halbfertigen Rakete (oberer Teil fehlt) zur Halle BAF (Bâtiment d'Assemblage Final or Final Assembly Building) transportiert, auf Gleisen, gezogen durch einen Lastwagen.

Das OHB-Team führt nun noch Restarbeiten am Satelliten aus. Beispielsweise werden noch Isolierungen angebracht und Schutzabdeckungen entfernt.

Dann wird der komplette Stack auf ein lastwagenähnliches Gefährt (eine Art „Reinraum auf Rädern“ verladen und zur Halle mit der Rakete gebracht.

Dann wird der komplette Stack auf ein lastwagenähnliches Gefährt (eine Art „Reinraum auf Rädern“ verladen und zur Halle mit der Rakete gebracht.

Zehn Tage vor dem Launch finden dann noch letzte Arbeiten an der Rakete und den Satelliten statt.

Dann wird die ca. 12 Meter hohe Fairing über den Satelliten angebracht. Die Rakete ist nun komplett und 59 Meter hoch.

Dann wird die ca. 12 Meter hohe Fairing über den Satelliten angebracht. Die Rakete ist nun komplett und 59 Meter hoch.

Die Oberstufe der Rakete wird nun betankt, die Rakete „scharf“ geschaltet.

In den folgenden Tagen gibt es noch einige Führungen im Gebäude, an der auch schon einige OHB-Kollegen teilnehmen konnten. Man fährt mit einem Aufzug zwölf Etagen nach oben und steht dann auf einer Plattform in ca. 45 Meter Höhe bei der Fairing. Bei der letzten Kampagne hatten einige OHB-Mitarbeiter die Möglichkeit, auf dem Galileo-Logo zu unterschreiben.

Ungefähr eine Woche vor dem Start findet das Launch Readiness Review (LRR) Step 2 statt. Hier treffen sich alle involvierten Parteien (OHB, ESA, CNES, Arianespace) und reporten den Status der verschiedenen Elemente (Satelliten, Rakete, Bodensegement …). Nur wenn hier alle Elemente im Plan sind, wird die Freigabe für den Transfer der Rakete zum Startplatz erteilt.

Etwa drei Tage vor dem Start rollt der Starttisch auf Gleisen mit der fertigen Ariane 5 zum Startplatz. Der Tisch wird dabei von einem Lastwagen gezogen (insgesamt ca. 2000 Tonnen). Das Ganze geschieht sehr, sehr langsam. Zuschauer können das Geschehen von einer eigens dafür errichteten Plattform verfolgen.

Die Rakete steht nun am Startplatz. Nachts wird sie beleuchtet und verwandelt sich somit in einen sehr eindrucksvollen Riesen.

Beachten Sie auch unsere Pressemitteilungen zu Galileo:

Anna und Ellen gehen auf ihre Reise ins All

Tara und Samuels lange Reise ins All

*Die Phase bis zum Erreichen der vollen Einsatzkapazität des Galileo-Programms wird von der Europäischen Union verwaltet und in voller Höhe von ihr finanziert. Die Europäische Kommission und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) haben eine Übertragungsvereinbarung unterzeichnet, gemäß der die ESA im Auftrag der Kommission als die für den Entwurf und die Beschaffung verantwortliche Stelle handelt. Die hier getroffenen Aussagen sind auf keinen Fall als Wiedergabe des offiziellen Standpunkts der Europäischen Union bzw. der ESA anzusehen. Galileo ist ein eingetragenes Warenzeichen von EU und ESA gemäß HABM-Antrag Nr. 002742237.

Pionier der Raumfahrt werden: Karriere bei OHB machen.

We. Create. Space. Durchstarten bei einem der erfolgreichsten europäischen Raumfahrtunternehmen.

Zum Karriereportal

Weitere Artikel zum Thema Galileo, Satelliten, Karriere

10 Jahre SAR-Lupe!

Ende 2017 hatte OHB ein ganz besonderes Jubiläum zu feiern. Das Projekt, das dem Unternehmen zum ersten großen Durchbruch verhalf, war seit zehn Jahren zuverlässig und rund um die Uhr im Einsatz: das Aufklärungssystem SAR-Lupe. We. Create. Space.

Weiterlesen
Detektivarbeit auf den Weltmeeren

LuxSpace fertigt Mikrosatelliten, die die von Schiffen versandten AIS-Daten empfangen. Doch nicht jedes Schiff möchte gesehen werden und so gibt es einige, die ihre Positionsnachrichten ausschalten. Die Europäische Verteidigungsagentur hat nun LuxSpace mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt SIMMO II beauftragt.

Weiterlesen
Duales Studium bei OHB

Jetzt geht’s los. Seit September 2018 bietet OHB das Duale Studium Fachinformatik-Anwendungsentwicklung an. Jeweils zum Wintersemester startet das Duale Studium in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremen und der Europaschule Schulzentrum Utbremen. Vor allem der praktische Anteil macht das Duale Studium bei OHB attraktiv.

Weiterlesen
Satelliten in der Raumfahrt

Satellitenkommunikation gehört zum Alltag: TV, Wettervorhersagen oder präzise Navigation wären ohne sie undenkbar. Erfahren Sie alles über Einsatzgebiete, Technik und den Nutzen von Satelliten. We. Create.Space.

Weiterlesen
Was kann EnMAP?

Der Umweltbeobachter, den die OHB System AG im Auftrag der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR gebaut hat, wird im April 2022 in seinen Orbit reisen und von dort aus Veränderungen von Natur und Klima auf die Spur gehen.

Weiterlesen
We.OHB - Teil 4: Es fesselt mich zu sehen, was in diesem Unternehmen in den letzten 37 Jahren geleistet wurde

Als Anna-Maria Kollenbrandt am Tag ihres Vorstellungsgesprächs das Foyer der OHB-Firmenzentrale in Bremen betrat und ihr Blick auf die verschiedenen Ausstellungsstücke fiel, war ihre Begeisterung sofort geweckt. Zwischen den 1:1 Modellen von SAR-Lupe und Galileo war sie sofort vom Raumfahrtfieber infiziert. Das ist nun fünf Jahre her und die 33-Jährige ist seither in der Abteilung Procurement Management für verschiedene Satellitenmissionen bei OHB tätig.

Weiterlesen
We.OHB - Teil 5: Ich mag den Spirit bei OHB

Warum ein Absolvent des Studiengangs Luft- und Raumfahrttechnik der Uni Stuttgart nach Bremen kommt? „Bremen ist eine sehr interessante und lebenswerte Stadt. Und hier habe ich als ich anfing genau die Aufgabe gefunden, die mich aufgrund des Mix aus Techniknähe und Managementaufgaben gereizt hat“, lautet die Antwort von Marek Dittmar.

Weiterlesen
We.OHB - Teil 11: Qualitätscheck mit Passion

Ihre Mission: Prüfen, Testen, Inspizieren. Zu erkennen an: Einem grünen Reinraum-Kittel. Ihr Name: Viktoria Schöneich. Im grünen Arbeitsoutfit mischt sich die studierte Luft- und Raumfahrtingenieurin regelmäßig unter die AIT-Mitarbeitenden in der OHB-Integrationshalle und prüft, ob alle Arbeits- und Fertigungsschritte den hohen geforderten Qualitätsstandards entsprechen.

Weiterlesen
We.OHB - Teil 12: Ausbilder mit Faible für's Schrauben

Die Stimmung ist lässig. Da wird die Rückenlehne des Bürostuhls schon mal bis auf Anschlag nach hinten gelehnt. Locker. Wer hier den Bürostuhl biegt? Christian Fischer, Leiter der OHB-Ausbildungsabteilung. Er hat zu Jahresbeginn die Abteilung übernommen, arbeitet gerne in „wuseliger“ Atmosphäre, pragmatisch und mit Humor. Seine Mission: Dem Fachkräftemangel begegnen und OHB sehr gut ausgebildete Mitarbeitende zur Verfügung zu stellen. Zuvor war er acht Jahre als Requirements-Ingenieur bei OHB tätig, sieben Jahre davon als Teamleiter.

Weiterlesen